Die Geburt der Titanen
Nach der Schaffung waren Thylea und Kentimane gemeinsam glücklich.
Doch eines Tages wuchsen am Heiligen Baum sieben wundersame Früchte. Jede von ihnen war groß wie ein Felsen, und sie schimmerten und pulsierten mit leuchtenden, wechselnden Farben, als wären sie am Leben.
Als Kentimane diese erblickte, streckte er seine Arme danach aus, und seine fünfzig Köpfe schlangen gierig das Fleisch der Früchte, bis nurnoch sieben mit Stacheln bestückten Kerne übrig blieben, welche er in den Ozean warf.
Anstatt zu sinken, jedoch, schwammen die Kerne wieder an die Oberfläche. Kentimane, welcher sich durch das wieder Auftauchen der Kerne verspottet fühlte, nahm jeden der Kerne in eine Hand und drückte so hart zu, dass sich die Stacheln in sein Fleisch bohrten. Schreiend vor Wurt rammte Kentimane die Kerne tief in die Meere und unter den Meeresboden.
Am nächsten Morgen waren sie aber wieder an die Oberfläche geschwommen, und noch bevor Kentimane sie greifen konnte, brachen die Kerne auf und die Kinder von Thylea und Kentimane waren geboren.
Der Hunderthändige starrte seine Kinder verwundert an: acht Titanen waren geboren. Jede der ersten sechs Kerne brachte ein Kind hevor, welches eines der Attribute ihrer Eltern annahm: Stärke, Schönheit, Weisheit, Handwerk, Prophezeiung und Geschwindigkeit. Und diese sechs Titanen wuchsen zu Erwachsenen an, und wurden zu Halbgöttern, die je eines der Attribute ihrer Eltern repräsentierten.
Aus dem siebten Kern wurden aber zwei Titanen geboren: Sydon und Lutheria, Zwillingsbruder und -schwester.
Sydon verkörpert die kochende Wut seines Vaters, und wurde zum Gott der Zeit und der Stürme. Seine Schwester, Lutheria, erbte die Stille und Ruhe ihrer Mutter, jedoch ohne Thyleas Fürsorge und Sanftheit, weshalb sie zur Göttin des Todes und der Träume wurde.
Kentimane betrachtete seine Kinder, und nahm sie in seine Arme, um sie an den Fuß des Baumes von Thylea zu legen, damit ihre Mutter auf sie aufpassen kann.